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Ergebnis 1 bis 2 von 2

Werk: Ohne Titel

  1. #1
    Autor Avatar von Tobi
    Registriert seit
    07.11.2011
    Ort
    Wennigsen, Germany
    Beiträge
    55

    Ohne Titel

    Teil I

    Deine Sonnenstrahlen erreichen mein Fenster, aber sie sind zu schwach. Wenn ich es öffne, um sie reinzulassen, werden sie von schwarzen Wolken erstickt, und es haucht mir ein kalter Wind ins Gesicht. Ich schließe traurig das Fenster und sehe wie der Regen an den Scheiben hinunter läuft, er malt Bilder aus vergangenen Zeiten. Mein Blick sengt sich zur Erde, tropfen um tropfen bildet sich eine schmutzige Pfütze im Matsch, wenn ich hinein sehe, sehe ich kein Spiegelbild. Ich sehe nichts, außer den schwarzen Himmel darin, höre keine Vögel singen, nur das kalte pfeifen des nassen Windes. Nicht ein Regenwurm ist auf dem trostlosen Boden zu sehen. Er ist leer, leer wie meine glanzlosen Augen, die versuchen in die Ferne zu fliehen. Durchdringen jegliches Grün, ohne das Ziel zu sehen, haben Angst zurück zu blicken, suchen halt. Wo ist mein Spiegelbild? Mein körperloses Wesen schwebt über dem Himmel, versucht mit aller kraft die frostige Wolkendecke aufzureißen. Nichts scheint sie zerstören zu können, nichts kann sie durchdringen. Eine Decke, die jedes Geräusch untersagt, Tonnen schwer. Sie ernährt sich von Angst, Verzweiflung, Frustration, Gewalt und alles was sie finden kann, um einen Menschen zu zerstören. Langsam kommt sie herab und droht mein Wesen zu erdrücken. Noch immer stehe ich an dem Fenster, halte mich fest. Sie ist so tief, daß es dunkel geworden und der Regen an den Scheiben gefroren ist. Ich wende mich ab, mache mich in einer Ecke ganz klein. Eine flackernde Kerze vor mir beschützt mich vor der wachsenden Dunkelheit, - spendet mir ihre milde wärme. Ich muß Kraft sammeln.....

    Teil II

    Mit einem krachenden Donner werde ich aus meinen endlosen Träumen gerissen. Wo bin ich? Wo ist meine beschützende Kerze? In weiter Ferne höre ich ein Piano spielen, ich weiß, es spielt für mich. Sanfte Klänge durchdringen die Nacht.

    Es ist hell, tausend kleine Taschenlampen leuchten auf mich herab. Jede von ihnen sagt: "ich brenne für dich, um dich aus der Dunkelheit zu führen." Ich fühle mich geborgen, möchte diesen Moment nie mehr loslassen. Langsam entschweben die Lämpchen immer höher und höher, bis sie mit dem klaren Nachthimmel verschmelzen.

    Sie sind immer da, für jeden, der sich in der Dunkelheit fürchtet. Sie leuchten für mich, und jedem, der an sie glaubt.

    "Stehe auf und geh!" spielt das Piano mit einer vertrauten Stimme. "Wie kann ich euch danken?"
    "Geh' und sage den Menschen, sie sollen öfter zu den Sternen schauen. Sie sollen sich nicht von den Alltag erblinden lassen. Gebt einander statt künstliches Licht echte Wärme. Sag' es ihnen! Wenn sie verlernen an die Liebe zu glauben, wird jeden Tag ein Licht am Himmel erlöschen. Dann wird diese Welt es nicht mehr wert sein, daß auch nur der kleinste und blasseste Stern auf sie schaut. Geh' und sag es ihnen...." langsam verstummen die sanften klänge, es zieht weiter, - weiter um anderen Menschen neue Hoffnung zu geben. Anderen Menschen, die wie du und ich auf dem Boden liegen, getreten von den Erblindeten, - mißachtet und ausgestoßen. Sie wollen uns zurecht feilen, damit wir in ihre Maschine passen, in die Maschine, die uns das Leben nimmt. Die Maschine, die nur vortäuscht dein Freund zu sein, indem sie uns mit materiellen Dingen befriedigt. Die Erblindeten versorgen diese Maschine, sie bekommen alles von ihr, was sie kaufen können, merken nicht, daß sie nicht mehr fühlen, - nicht mehr leben. Ich stehe auf und schreie: "Nein!! Ich werde es ändern! Ich bin nicht alleine und werde es nie sein! Ich werde Menschen finden und ich werde es Menschen sagen!"

    Ich blicke zu den Sternen, "Verlaßt euch darauf...."

  2. #2
    schnuppert ein wenig Avatar von Tilo
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    03.01.2012
    Ort
    Insel Rügen
    Beiträge
    31
    Einen Menschen hast du damit schon gefunden, Tobi.
    Ich hab schon viel von dir hier gelesen, aber das gefällt mir echt am besten. Es ist einfach zu verstehen und doch so schön und anspruchsvoll geschrieben. Und die Aussage dahinter ist wirklich klasse!
    Die Art und Weise wie du schreibst, ist eindrucksvoll und inspiriert mich. Früher hab ich mich an ähnlichen Sachen versucht, doch ich konnte nie diese Aussage so gut verkörpern wie du.
    Weiter so!

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